Bündnisse für Bildung. Kultur macht stark.

Von 2013 bis 2017 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem Programm "Kultur macht stark — Bündnisse für Bildung" Begegnungen mit Kunst und Kultur. Finanziert werden kulturelle Bildungsprojekte, die von lokalen Bündnispartnern vor Ort geplant und durchgeführt werden. Ein Bündnis umfasst mindestens drei Partner. Umgesetzt wird das Förderprogramm gemeinsam mit 35 bundesweiten Verbänden. Die Bündnisse umfassen alle künstlerischen Sparten und fördern kulturelle Teilhalbe von bildungsbenachteiligten Kindern im Vorschulalter bis zu älteren Jugendlichen. Angesprochen sind Einrichtungen, die sich außerschulisch für kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen engagieren. Auch Schulen können Bündnispartner sein, wenn die Projekte außerhalb des Regelunterrichts stattfinden. Anträge können unter anderem gestellt werden bei der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (Künste öffnen Welten), dem Bundesverband Freier Theater e.V. (theater + tanz machen stark) und bei der ASSITEJ e.V. (Wege ins Theater).

FLUX ist Partner bei den Bündnissen für Bildung.

Seit Oktober 2013 ist FLUX Partner bei Künste öffnen Welten der BKJ. Das Bündnis ermöglicht eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Partnern über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Das Bündnisprojekt ist an zwei Orten angesiedelt: In Offenbach und in der Aue-Schule in Dietzenbach. Die Stadt Offenbach ist eine Kommune mit vielen sozialen Brennpunkten und hohem Ausländeranteil. In Offenbach Mitte ist der Anteil der Migranten besonders hoch. Die Aue-Schule in Dietzenbach liegt unmittelbar an der Hochhaussiedlung am Spessartring. Dort haben 99% der Bewohner einen Migrationshintergrund. Gleich daneben jedoch liegen auch Einfamilienhäuser mit schönen Vorgärten. Sowohl Offenbach Mitte als auch Dietzenbach gelten als Problembezirke.

Im ersten Projektjahr arbeitete die Performancegruppe red park mit der Aue-Schule in Dietzenbach und dem Jugendkulturzentrum Sandgasse zusammen. Die Künstlergruppe erkundete mit Kindern und Jugendlichen mit Mitteln der Alltagsforschung und Kartografie die sozialräumlichen Verhältnisse und die konkreten Lebensumstände vor Ort. Im Zentrum der künstlerischen Arbeit des Instituts für Alltagsforschung/red park steht die Erforschung und Umgestaltung der alltäglichen Lebensverhältnisse. Im Abenteuer "Alltag" entsteht durch Kartografie und durch genaues Protokollieren des Geschehens ein Panorama des jeweiligen Ortes: ein Brettspiel, eine Installation oder eine Performance Lecture. Die Alltagsphänome, denen die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg und ihren Expedionen begegnen, werden aufgegriffen und dokumentiert. Die beteiligten Kinder und Jugendlichen entdecken durch die Erforschung ihrer Lebensumwelt, dass kleine Interventionen Orte und Perspektiven verändern können.

Im Rahmen eines FLUX-Aktionstages im Frühjahr 2014 wurde die Schatzkiste von den Schülerinnen und Schülern der Aue-Schule an das Jugendhaus Sandgasse übergeben. Das Projekt wird als Ortserkundung im Stadtraum Offenbach in dem Jugendhaus Nordend mit Jugendlichen und in dem Kinderhort der Einrichtung mit Kindern zwischen 8 und 12 Jahren fortgesetzt.

Im zweiten Projektjahr setzt das Theater WU WEI REKORT LOEW mit dem recherchierten Material und den Erfahrungen des ersten Jahres im Gepäck das Projekt fort, nun mit dem Ziel, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen theatrale Übersetzungen zu entwickeln und gemeinsam einen Ort der Versammlung zu gestalten. Projekttitel: "Heimat-Sprache-Feste".