Grenzen (2014/2015)
THEATER: Ensemble Theateratelier 14H   PARTNER: Wilhelmschule Offenbach

Ich steck in meiner Haut
Du, du steckst in deiner.
Grenzen sind überall.
Grenzenlos ist keiner.

Das Ensemble Theateratelier 14H in Offenbach erforschte mit den Schülern der Wilhelmschule kulturelle Grenzziehungen, die Stadtgrenze von Offenbach und die Grenzen im Schulraum und setzte so die Zusammenarbeit mit FLUX und der Wilhelmschule fort. Das Projekt an der Wilhelmschule, einer Grundschule in der Innenstadt, lotete das Thema "Grenzen" mit verschiedenen künstlerischen Mitteln aus.

Die Kinder, die hier aufwachsen, erleben Grenzen im allgemeinen und besonderen Sinn. Viele leben an der Armutsgrenze. Die Kinder bekommen im Sozialraum Grenzen gesetzt und erleben eigene Grenzen. Es gilt, Grenzen zu überwinden und zugleich Grenzen zu respektieren. Das Projekt bezieht auch Recherchen im sozialen Umfeld ein – so wurden Interviews in den Familien durchgeführt: Aus welchen Ländern kommen die Familien? In welchen Ländern hat man Verwandte? Begleitende Spiele zu eigenen Erfahrungen und Erlebnissen rundeten die Recherche ab. Für die Kinder entstanden durch Stärkung ihrer sozialräumlichen Entfaltung (u. a. Entdeckung neuer Aktionsbereiche im Wohnviertel) neue Möglichkeitsräume. Die künstlerischen Prozesse wurden dokumentiert und im Rahmen einer FLUX-Ortserkundung präsentiert. Das Theater lud im Laufe des Projektes die Eltern zu einem Elternabend in ihre Theaterräume ein, um über die Laborarbeit mit den Schülerinnen und Schülern zu berichten. Bei der abschließenden Projektpräsentation zeigten die Kinder den Zuschauern, Eltern und Freunden die Raumgrenzen, die Bühnengrenze, die Lichtgrenze, die Sichtgrenze, die Lärmgrenze. Sie machten in ihrer Szenenfolge durch den ständigen Umbau von Würfeln auch Grenzen und Gräben sichtbar, die sie einschränken und andere Kinder ausschließen. Dass es Grenzen gibt, die sie als Kinder schützen, war ein weiteres Ergebnis der Recherchen der Schülerinnen und Schüler der Wilhelmschule.

Artikel zum Projekt