Ins Offene Teil II: Flagge zeigen – Dietzenbach, so mag ich Dich! (2014/2015)
THEATER: red park   PARTNER: Aue-Schule Dietzenbach

"Dietzenbach, so mag ich Dich!" lautete das Motto der Projektwoche. Gemeinsam suchten Künstler und Schüler nach schönen und nicht so schönen Orten. Die Kinder erstellten einen Video-Reiseführer für Aliens und andere Nicht-Dietzenbacher. Die Projekttage endeten mit dem Hissen einer Fahne für den besonderen Ort und einem gemeinsamen Picknick. Bei der Projektpräsentation wurde der Neuentwurf des Stadtwappens präsentiert und der Videoreiseführer gezeigt.

An der Projektwoche nahmen 16 Grundschüler, 14 aus den 3. und 4. Klassen und zwei aus der Vorklasse, teil.

Die beteiligte Lehrerin der Schule, Frau Sarno, beschrieb den Projektverlauf wie folgt:

Wir haben in der Gruppe besprochen, welche Orte die Schülerinnen und Schüler Dietzenbach-Besuchern wie z.B. Aliens :-) gerne zeigen wollen. Es entstand eine Liste und diese haben wir demokratisch abgestimmt.

So waren wir einmal im Feld außerhalb Dietzenbachs und sind auf einen Flugplatz gestoßen. Hier sind die Kinder auch mit einigen Flugzeugliebhabern ins Gespräch gekommen. Die Kinder haben den Platz, auf dem wir kampiert haben, ausgemessen und die Lage als sehr interessant empfunden — insbesondere, weil einige Kinder von ihren Wohnungen den Platz aus der Entfernung her kannten und ihn schon immer einmal aus der Nähe sehen wollten. Außerdem mussten wir einiges querfeldein laufen, da das Ziel nicht immer über "Wege" ging.

Für die Kinder war diese Ortserkundung ein Abenteuer — aufgrund der "Nicht-Wege" und der unterschätzten Entfernung... und vor allem waren sie sehr erfreut darüber, dass sie es geschafft haben, trotz widriger Umstände.

Gestern waren wir im Hessentagspark, wir haben uns in drei Gruppen aufgeteilt und zu drei Stationen — Tunnel, Brücke und Altersheim — haben die Kinder Aspekte herausgearbeitet, die ihnen interessant erschienen. Zum einen haben die Jungs einen Tanz oder Bewegungsgeschichte im Tunnel "performed", hier stand die besondere Akustik im Mittelpunkt. Zum anderen wurden auf der Brücke kleine Grüße, ein Wappen und Witze mit Kreide aufgemalt, als Gruß für den Überschreitenden. Im Altersheim haben zwei Schülerinnen die Arbeitsplätze ihrer Verwandten besuchen wollen und konnten sogar spontan mit dem Stationsleiter Fragen bzgl. des Lebens der Bewohner im Heim, das Alter und vor allem, dass es auch Verhaltensweisen der älteren Menschen gibt, die den Kindern Angst machen... wie z.B. plötzliches Schreien oder komische Bewegungen, klären.

Diese Stationen haben wir uns dann alle gemeinsam von den Kleingruppen zeigen lassen und haben dazu die Statements der Kinder gefilmt.

Heute waren wir um die Ecke im Dreieich-Center. Hier haben wir wieder in Kleingruppen gearbeitet. Es ging darum, wie sich Aliens wohl in unserer Welt bewegen würden und wie sie wohl hier ankommen würden. Das wurde auch wieder in der Großgruppe gezeigt und vor allem sehr interessant diskutiert. Danach haben einige Kinder sich Fragen überlegt, die sie dann den Ladeninhabern gestellt haben. Hier ging es um Fragen rund um Außerirdische. Der andere Teil der Gruppe wollte gerne einmal eine Pause machen :-)) und hat danach ein Wappen für Dietzenbach erstellt. So, wie es ihnen gefällt, insbesondere mit den Dingen, die ihnen in Dietzenbach wichtig sind: Fußball, Feld, Wiese, Aussichtsturm. 

Morgen wollen wir das Rind-Center erobern und Eis essen gehen :-) Am Freitag gestalten wir den Raum für die nachmittägliche Präsentation, hier soll auch ein kleiner dokumentarischer Film über die Eroberung Dietzenbachs durch Aliens stattfinden.

Mein bisheriges Fazit: Es entwickelt sich bei den Kindern zunehmend die Idee, dass sie die Zeit in der Projektwoche für Aktionen nutzen können, die erstmal gar nicht zielorientiert entstanden sind, sondern aus einem Interesse heraus, aus dem sich im Laufe des Geschehens immer mehr entwickelt.

Außerdem kommt so manchem Kind auch langsam die Idee, dass wohl jeder ein Alien sein kann... wie die unfreundliche Oma, der aggressive Autofahrer, die schimpfende Fahrradfahrerin oder gar der süße Hund, wer weiß...