Projekte und Labore

Das Projekt FLUX verbindet Theaterrezeption und künstlerische Praxis nicht nur in den theaterpädagogischen Begleitungen. In den FLUX-Laboren steht die "Kunstvermittlung als künstlerische Praxis" im Mittelpunkt. Kunstvermittlung geht hier nicht von oben nach unten, vom Künstler zu den Kindern und Jugendlichen sondern wird verstanden als ein gemeinsamer Forschungsprozess, in dem man sich in seiner Unterschiedlichkeit anerkennt. Dies beinhaltet auch das Generationenverhältnis, die unterschiedlichen Erfahrungen von Erwachsenen und Kindern. Die Labore sind an der Schnittstelle zum forschenden Lernen angesiedelt und es stehen die Eigenperspektive der Kinder, ihre Weltsicht und das Theater als ein Ort der Selbstermächtigung im Zentrum.

Die FLUX-Labore werden in allen Schulformen durchgeführt, auch in Förder- und Berufsschulen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie als FLUX-Partnerschule ein Projekt durchführen wollen. Voraussetzung für den Projektstart ist ein gemeinsames Vorgespräch von FLUX-Projektleitung, den beteiligten Theaterkünstlern, der Schulleitung und dem Kontaktlehrer.

Alle FLUX-Labore stehen unter dem Motto: Perspekive(n) – Räume – Regionen. Der Schulanteil für ein Labor beträgt zwischen 100,- und 1000,- Euro. Die Ergebnisse der Labore werden im Schulraum und auf den FLUX-Aktionstagen präsentiert.

In den FLUX-Laboren können die Schülerinnen und Schüler recherchieren, sammeln und erproben, Schulräume und Orte befragen, Perspektiven erkunden, Fragen stellen, zusammenarbeiten und gemeinsam Antworten finden.

Erprobt wird die Arbeit im künstlerischen Labor seit vielen Jahren am Theater an der Parkaue in der Winterakademie Berlin. Die hessischen Kinder- und Jugendtheater hatten zunächst wenig Erfahrung mit dieser Arbeitsweise. Daher wurden sie in Form eines Mentorings von Karola Marsch (leitende Dramaturgin am Theater an der Parkaue) weitergebildet. Die Schulprojekte der Theater wurden ausgehend von den Begriffen Partizipation, Recherche, Material, Performativität kollektiv befragt und weiterentwickelt. Da bei FLUX alle Projekte in Schulen und die meisten im ländlichen Raum stattfinden, ist weder die Infrastruktur eines Theaters vorhanden noch lässt sich ohne weiteres eine Akademie durchführen. Daher musste FLUX nach Übersetzungen und einem eigenständigen Weg für seine Projekte suchen.

Folgende weitere Aspekte wurden von den FLUX-Theatern gemeinsam reflektiert und anhand eigener Projekte erörtert:

Warum Theater machen ohne im klassischen Sinn mit den Schülern Theater zu spielen?
Wie lassen sich Prozesse abbilden, bzw. durchlässig halten?
Wie kann man Material "sprechen lassen"?
Wie löst man eigene Fragen in Bezug zur Welt (und zum Thema) aus?
Wie initiiert und gestaltet man Suchbewegungen in der Auseinandersetzung mit dem Thema? Was heißt Prozess?
Welche Rolle spielt die Prozesshaftigkeit?
Welchen Rahmen braucht ein Projekt?
Und was meint Erkenntnisinteresse? Erkenntnisinteresse kann es nicht sein, die Kinder etwas herausfinden zu lassen, was alle bereits wissen.