Alles Dada! (2015/2016)
THEATER: Theaterlabor Darmstadt   PARTNER: Eugen-Kaiser-Schule Hanau

Bevor sie die Inszenierung des Theaterlabors in ihrer Schule besuchten, beschäftigten sich die angehende Erzieherinnen und Erzieher der Eugen-Kaiser-Schule mit Gedichten der Dadaisten. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten an zwei Projekttagen in jeweils drei unterschiedlichen Gruppen: Mit der Musikerin Anka Hirsch, Mitglied des Ensembles, entdeckten sie den Klang der Worte und Silben in den Dadagedichten "Anna Blume" von Schwitters und in der "Karawane" von Hugo Ball. Sie übersetzten das Gehörte in eigene Klangkompositionen. Der Transfer zur Arbeit mit Kindergartenkindern ist hier nicht schwer. Denn sind es doch der Klang der Wort, die Kinder an die Sprache heranführen, man denke nur an die vielen Nonsensgedichte und Kinderreime und eben auch an die Lautgedichte der Dadaisten. In einer zweiten Arbeitsgruppe beschäftigten sich die Teilnehmer gemeinsam mit einem der Schauspieler der Inszenierung mit den Fragen: Wie kommt man ins automatische, absichtslose Erzählen? Was passiert mit den Worten, wenn man sie aus dem Sinnzusammenhang löst und sich auf ihren Klang verlässt? Und was hat ein Kinderspiel wie Kofferpacken mit Dada zu tun? "Dada ist Blödsinn, aber kein Unsinn", heißt es an einer Stelle der Inszenierung. Und so näherten sich die angehenden ErzieherInnen mit viel Spaß den Dadatexten. In einer dritten Gruppe mit der Bühnenbildnerin des Theaters ging es sehr viel ruhiger zu. Dort arbeiteten die Schülerinnen und Schülern dramaturgisch und mit Mitteln der Collage. Sie entwarfen ihre Theaterfigur "Anna Blume": Was für eine Figur ist sie? Was beschäftigt sie? Wie kleidet sie sich? Was sagt sie? Wie stelle ich sie in meiner Collage dar und welche Worte lege ich ihr in den Mund?

Am Ende des zweitägigen Workshops führten die Theaterleute die Gruppen zu einer Präsentation zusammen. Am nächsten Tag bei der Aufführung des Theaterlabors konnten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher die künstlerische Arbeitsweise des Theater zu ihrem Tun in Beziehung setzen, das Eigene im Fremden entdecken.

Eine sehr gelungenes Format, insbesondere wie die Teilnehmer mit Theater, Musik und Bühnenbild an der Schnittstelle zu dem, was sie später im Bereich der ästhetischen Bildung im Kindergarten benötigen, arbeiten konnten, so dass ein Möglichkeitsraum für die Arbeit mit Kindern sichtbar wurde, ohne diesen explizit zu benennen.